UVA- und UVB-Strahlung
Die UV-Strahlung der Sonne besteht hauptsächlich aus UVA- und UVB-Strahlen.
- UVB-Strahlen dringen vor allem in die oberste Hautschicht ein und sind die Hauptursache für Sonnenbrand. Sie spielen außerdem eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs.
- UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein. Sie fördern die vorzeitige Hautalterung, begünstigen Falten und Pigmentflecken und tragen ebenfalls zur Entstehung von Hautkrebs bei.
Eine gute Sonnencreme schützt daher immer sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung.
Chemische und mineralische UV-Filter
Sonnencremes enthalten UV-Filter, die die Haut vor schädlicher Strahlung schützen. Man unterscheidet dabei zwischen chemischen und mineralischen (physikalischen) Filtern.
- Chemische UV-Filter ziehen in die oberste Hautschicht ein. Sie nehmen die UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um, die anschließend abgegeben wird. Moderne chemische Filter bieten einen sehr guten Schutz und lassen sich meist leicht verteilen, ohne sichtbare Rückstände zu hinterlassen.
- Mineralische (physikalische) UV-Filter enthalten meist Zinkoxid oder Titandioxid. Sie bilden eine Schutzschicht auf der Haut, reflektieren und streuen einen Teil der UV-Strahlung und absorbieren zusätzlich einen Teil davon. Dadurch gelangt weniger UV-Strahlung in die Haut. Mineralische Sonnencremes eignen sich besonders für empfindliche Haut, können jedoch einen weißlichen Film hinterlassen.
Beide Filterarten schützen zuverlässig, wenn sie ausreichend und mehrmals am Tag aufgetragen werden. Viele moderne Produkte kombinieren gar beide Systeme.
Lichtschutzfaktor und Eigenschutzzeit
Jede Haut besitzt eine natürliche Eigenschutzzeit. Sie beschreibt die Zeitspanne, in der sich die Haut ohne Sonnenschutz der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu entwickeln. Je nach Hauttyp beträgt sie etwa 5 bis 30 Minuten.
Der Lichtschutzfaktor (LSF) verlängert diese Eigenschutzzeit. Je höher der Lichtschutzfaktor, desto länger kann man sich an der Sonne aufhalten – theoretisch.
Schwitzen, Baden, Abrieb durch Kleidung oder Handtücher sowie eine zu geringe Auftragsmenge verringern den tatsächlichen Schutz jedoch deutlich. Fachgesellschaften empfehlen deshalb, sich trotz Sonnencreme nicht über längere Zeit der intensiven Sonne auszusetzen.
Die richtige Menge macht den Unterschied
Die Schutzwirkung einer Sonnencreme wird nur erreicht, wenn sie ausreichend dick aufgetragen wird. Erwachsene benötigen für den gesamten Körper je nach Körpergrösse etwa 30 bis 35 Milliliter Sonnencreme. Das entspricht ungefähr sechs bis acht Teelöffeln Creme. Somit reicht eine Tube mit 200 Millilitern nicht für eine ganze Familie für eine Woche Badeferien aus.
Viele Menschen verwenden jedoch deutlich weniger Sonnencreme als empfohlen. Dadurch sinkt der tatsächliche Schutz erheblich – selbst bei einem hohen Lichtschutzfaktor.
Richtig auftragen und nachcremen
Sonnencremes mit chemischen UV-Filtern sollten etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne großzügig aufgetragen werden, da sich der Schutz in der Haut zuerst noch aufbauen muss. Physikalische UV-Filter hingegen wirken sofort. Besonders häufig vergessen werden Ohren, Nacken, Fußrücken, Lippen und bei wenig Haaren die Kopfhaut.
Während des Aufenthalts im Freien sollte regelmäßig nachgecremt werden – besonders nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder dem Abtrocknen mit einem Handtuch. Auch wasserfeste Produkte verlieren mit der Zeit an Schutzwirkung.
Aber Achtung! Das Nachcremen verlängert die maximale Schutzdauer nicht. Es dient lediglich dazu, den bereits bestehenden Schutz aufrechtzuerhalten.
Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder
Die Haut von Babys und Kleinkindern ist besonders empfindlich und verfügt noch nicht über einen vollständig entwickelten Eigenschutz.
Babys im ersten Lebensjahr sollten keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Der beste Sonnenschutz besteht aus Schatten, leichter langärmliger Kleidung, einem Sonnenhut und – wenn erforderlich – einer geeigneten Sonnenbrille.
Für Babys und Kleinkinder gibt es spezielle Sonnenschutzprodukte, die auf die empfindliche Haut abgestimmt sind. Sie enthalten häufig mineralische UV-Filter und verzichten oft auf Duftstoffe oder andere potenziell reizende Inhaltsstoffe. Sonnencreme sollte nur auf unbedeckte Hautstellen aufgetragen werden, da Kleidung den wichtigsten Schutz bietet.
Auch bei Kindern gilt: Sonnencreme muss regelmäßig erneuert werden, insbesondere nach dem Baden oder Abtrocknen. Unabhängig davon sollten Kinder die intensive Mittagssonne möglichst meiden.
Sonnencreme ist nur ein Teil des Sonnenschutzes
Selbst die beste Sonnencreme kann die Haut nicht vollständig vor UV-Strahlung schützen. Deshalb sollte sie immer mit weiteren Schutzmaßnahmen kombiniert werden. Dazu gehören schützende Kleidung, ein Sonnenhut mit breiter Krempe, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz sowie der Aufenthalt im Schatten – besonders zwischen etwa 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist.
Fazit
Sonnencreme schützt wirksam vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung, wenn sie richtig ausgewählt und großzügig angewendet wird. Sowohl chemische als auch mineralische UV-Filter bieten einen zuverlässigen Schutz. Entscheidend sind jedoch die richtige Menge, regelmäßiges Nachcremen und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Sonne. Besonders Babys und Kleinkinder sollten konsequent vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. In Kombination mit Kleidung, Schatten und einem angepassten Verhalten trägt Sonnenschutz wesentlich dazu bei, Hautschäden und Hautkrebs vorzubeugen.

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